Vision, die das Herz bewegt: Inar Brandão startet Deutschland-Tour in Bietigheim-Bissingen

BIETIGHEIM-BISSINGEN – „Es ist egal, was du tust oder wie gut du es machst, wenn du nicht das tust, was du eigentlich tun solltest.“ Mit diesen herausfordernden Worten eröffnete Inar Brandão (dna.brasil) am Montagabend den ersten Stopp seiner Deutschland-Tour in der Connect Church. Vor Vertretern aus über zehn Gemeinden der Region teilte der brasilianische Pastor eine Vision, die weit über organisatorische Konzepte hinausgeht: Es geht um das Herz des Missionsauftrags.

Der „Golden Circle“ der Gemeinde: Das Warum entscheidet

Inar Brandão machte schnell klar, dass der Übergang zu einer Zellgruppenstruktur nicht mit Methoden beginnt, sondern mit der Klärung des Fundaments. Unter Rückgriff auf Simon Sineks „Golden Circle“ betonte er, dass das „Warum“ unserer Gemeindearbeit die Herrlichkeit Gottes und die Errettung der Verlorenen sein muss. 

„Die Verlorenen sind wirklich verloren“, so Brandão mit spürbarer Dringlichkeit. Das Training von DNA.1 – bestehend aus gezielter Vorbereitung, einer 12-wöchigen Predigtreihe und einer intensiven Gebetskampagne – dient dazu, die gesamte Gemeinde auf dieses eine Ziel auszurichten: Jünger zu machen, die wiederum Jünger machen.

Jüngerschaft als Überlebensfrage

Für die Teilnehmer wurde deutlich: Jüngerschaft ist kein „Nice-to-have“-Programm, sondern der einzige Auftrag, den Jesus seiner Kirche hinterlassen hat. Brandão berichtete eindrücklich von der Transformation seiner Heimatgemeinde in Belo Horizonte. Selbst bei massivem numerischem Wachstum blieb der Fokus radikal: „Das Ziel ist nicht eine Menge Leute, sondern Jünger zu formen.“ Multiplikation sei dabei die „Lebensversicherung“ der Kirche bis zur Wiederkunft Christi.

Praktische Schritte in die Umsetzung

Brandão skizzierte praktische Schritte für den Gemeindealltag:

  • Beziehungen als Strategie: „Gottes Strategie sind Beziehungen – und Beziehungen sind chaotisch“, gab er offen zu. Wahre Koinonia brauche Raum und Zeit.
  • Das Jethro-Prinzip: Um geistliche Hygiene und gesunde Seelsorge zu gewährleisten, braucht es Strukturen der Begleitung (Supervision), in denen jeder Leiter selbst einen Coach hat.
  • Vom Wissen zum Tun: Zellgruppen sollen keine reinen Bibelstunden sein. Der Leiter agiert als „Facilitator“, der Raum für Anwendung im Alltag schafft, statt selbst die meiste Zeit zu reden.

Eine Atmosphäre der Erneuerungsbereitschaft

Trotz Jetlags und seiner Selbstbeschreibung als „großer Introvertierter“ schaffte Inar Brandão durch seine Verletzlichkeit eine Atmosphäre des tiefen Vertrauens. Er forderte die „Macher-Mentalität“ vieler deutscher Leiter heraus, nicht nur bei Strategien stehenzubleiben, sondern zur „ersten Liebe“ für Jesus zurückzukehren. Der Abend endete nicht mit einem Aktionsplan, sondern in intensivem, gemeinsamem Gebet um eine neue Leidenschaft für die Menschen in unserem Umfeld.

Die Tour geht weiter: Nach dem erfolgreichen Auftakt im Süden folgen in dieser Woche weitere Stationen in Grünberg (Mitte) und Neumünster (Nord). Die Sehnsucht nach einer missionarischen Kultur, die Menschen nachhaltig formt, ist in Deutschland deutlich spürbar.

„Ich kann nicht Nein sagen zu jemandem, der immer Ja zu mir gesagt hat.“ – Inar Brandão über den Ruf, den Gott über sein Leben ausgesprochen hat.

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